„Dia das crianças“ – Kindertag in Brasilien

"Dia das crianças" bei ABBA
„Dia das crianças“ bei ABBA

Jedes Jahr am 12.10. wird in ganz Brasilien der „Tag der Kinder“ gefeiert. Es ist Nationalfeiertag (ich glaube, es war ursprünglich ein Katholischer Feiertag…). Die Kinder müssen nicht zur Schule, die Erwachsenen nicht zur Arbeit, es gibt Feste, viel Essen und vor allem auch Geschenke für die Kinder. Wir von ABBA haben die 200 Kinder aus den verschiedenen Projekten eingeladen, den Tag bei uns auf dem Gelände zu verbringen. Es war ein fröhliche Tag mit „frühlingshaften“ 35°. Es gab Torte, Hot Dogs, Zuckerwatte, Popcorn und viele Spiele und Kreativangebote. Am Ende des Tages wurden noch Geschenke für die Kinder verteilt und eine Tüte mit Süßigkeiten und wir konnten in jede Menge glückliche (und bemalte) Gesichter blicken.

Schneewittchen, Elsa und Co.
Schneewittchen, Elsa und Co.
Dia das crianças
Dia das crianças

Ich hatte mir überlegt, dass ich mit den Kindern gerne eine kleine Bastelarbeit machen wollte. Immer in kleinen 7-er-Gruppen mit der lieben Unterstützung von Melanie, der Schweizer Volontärin bei ABBA. Was ich nicht einkalkuliert hatte war, dass mich, während ich den Kindern versuchte zu erklären, was sie machen sollten, gefühlte alle 5 Sekunden eins oder mehrere von den übrigen 193 mich am Ärmel zupfte und schrie “ Tia, tia, o que esta fasendo“ „Tante, Tante, was machst Du da?“ „Kann ich noch mitmachen?“ „Was hast Du da? Was ist das?“. Das war schon echt extrem herausfordernd, da ich nicht die sprachlichen Möglichkeiten hatte, darauf ständig angemessen zu reagieren….und noch gleichzeitig versuchen musste, die Kinder davon abzuhalten, mein Bastelmaterial auseinander zu nehmen – aber ich bin ja lernfähig 😉

Ab dem 2. und 3. Durchgang habe ich mein Konzept ein bisschen „angepasst“ und es ging besser 🙂 Die Kinder hatten Spaß (und Bonbons!) und ich weiß, was ich nächstes Mal anders planen muss 🙂 Meine letzte Gruppe bestand aus einigen Jungs, ca. 12 Jahre alt. Sie waren ganz konzentriert bei der Sache. Es hat mich irgendwie ganz tief berührt, sie so beim Basteln zu beobachten, weil ich so schlecht ausblenden konnte, dass ihr Lebensalltag eben nicht so einfach und friedlich verläuft, wie sie nun gerade bei mir saßen. Im Gegenteil: Die allermeisten Kinder aus unseren Projekten haben bereits Erfahrungen mit Gewalt und Missbrauch, miserablen Wohn- und Lebensverhältnissen und einem mehr als schlechten Schulsystem und ebensolchen, eigentlich nicht vorhandenen Zukunftsperspektiven.

Das was mich dann motiviert für diese Arbeit ist, wenn ich die Geschichten z.B. von heutigen Mitarbeitern höre, die selber in Favelas aufgewachsen sind, in Drogen, Gewalt und allen erdenklichen Schwierigkeiten verwickelt waren und dann ein neues, verändertes Leben mit Jesus begonnen haben und diese Hoffnung nun selber weiter geben an die nächste Generation! Das ist auch meine Hoffnung für diese Kinder, deren Ziele oft darin bestehen, möglichst früh schwanger zu werden, (um als vollwertige Frau anerkannt zu werden), oder schnelles Geld mit Drogengeschäften zu verdienen, um sich die Sachen leisten zu können, die ansonsten unerreichbar scheinen. Ich habe keine andere Antwort auf die unfassbare Fülle an Problemen, die in hier begegnen, als JESUS, weil ich glaube, dass ER alleine diese Kinder retten und ihr Leben verändern kann und dafür möchte ich mich einsetzen – dafür bin ich hier.

Kreativangebot für Kinder

Silke am Basteltisch

 

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Festa das Nações

"Straßenfest der Nationen"
„Straßenfest der Nationen“

Am letzten Sonntag fand vor unserer Haustür ein Nachbarschaftsstraßenfest statt mit vielen verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, die in dieser Gegend leben. Es sollte dazu beitragen, dass sich die Menschen hier besser kennenlernen. Es gab internationales Essen (mein Beitrag bestand aus „Toast Hawaii), Spiele und Beiträge bei herrlichem Sonnenschein und einem geschmückten Straßenbild.

Internationales Essen
Internationales Essen

Am Tag zuvor, am Samstag, bin ich (nach einigen Verzögerungen) bei dem brasilianischen Ehepaar Ricardo und Mirella eingezogen. Nun kann ich noch intensiver die morgens in der Schule gelernten Sachen direkt anwenden und mich in die brasilianische Kultur einleben. Die beiden sind echt total lieb und hilfsbereit. Für sie ist es bestimmt auch eine riesige Herausforderung, auf einmal jemand Fremdes, der die Sprache noch nicht beherrscht, bei sich aufzunehmen und zu unterstützen, aber sie tun es, weil sie ein Herz für Mission haben und mit ihrer Unterstützung einen Beitrag dazu leisten möchten.

Sie haben ein Gästezimmer mit Bad in einem hinteren Teil des Hauses, der etwas abgetrennt ist. Bis heute morgen war auch noch Ricardos Bruder Lukas mit seiner Frau Tamiris hier zu Besuch. Ich habe mich sehr gefreut, sie kennen zu lernen.

Am Abend meiner Ankunft braucht ich dringend ein Bügeleisen für meine Sonntagsgarderobe. Das Bügeleisen funktioniert leider nur in einer Steckdose im Schlafzimmer von Mirella und ihrem Mann. Da sie kein Bügelbrett haben, sollte ich die Sachen auf ihrem Bett bügeln. Das war schon etwas ungewöhnlich :-). Die Schwägerin kam dann auch noch dazu und letztendlich haben wir bis Mitternacht auf dem Bett gesessen und gequatscht. Somit was war das ein echt schöner und spezieller Einstieg.

Meine brasilianische "Gastfamilie"
Meine brasilianische „Gastfamilie“ Ricardo und Mirella (ganz links und ganz rechts im Bild) mit Bruder und Schwägerin

 

„Grüne Oase“ im Großstadtdschungel

Ausblick von der Veranda zum See
Ausblick von der Veranda zum See

Gott sei Dank- ich bin nun endlich in Brasilien angekommen! Nach vielen Jahren Vorbereitung im Gebet und mit meiner Ausbildung ist es nun endlich soweit! Es fällt mir noch schwer, das zu realisieren!

Diese schöne Aussicht durfte ich die ersten beiden Wochen seit meiner Ankunft hier in Brasilien genießen. Bevor ich zu meiner brasilianischen „Gastfamilie“ ziehen konnte, um dort in den ersten drei Monaten die Sprache und Kultur besser kennen zu lernen, habe ich bei meinem früheren US- amerikanischen Praxisanleiter Delton, seiner brasilianischen Frau Fernie und ihren fünf Kindern (und drei Hunden plus zwei Gasthunden) in einem kleinen Gästehaus (im Bild ganz rechts) gewohnt und konnte deren riesigen Garten genießen. Das ist in Sao Paulo sehr ungewöhnlich. Viele Häuser haben gar keinen „grünen“ Garten – das bisschen Platz ist oft einfach zugepflastert.

Die ersten beiden Wochen waren vor allem mit viel organisatorischem, bürokratischen Dingen gefüllt (und sind es noch!). Da ich kein Auto habe, muss ich alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen, was bei einer 22- Millionen – Metropole manchmal einer halben Weltreise gleicht und oft viele Stunden in Anspruch nimmt. Die Busse sind auch oft überfüllt, gerade zur Rushhour, so dass man die Reise dann stehend und eingequetscht absolviert. Ich versuche das als Sportersatz zu sehen und stelle mir vor, dass ich auf einem Surfbrett stehe und versuche, die Balance zu halten, während der Bus über alle Strassenbuckel und durch die Kurven brettert. 😉 Wenn man dann aber noch schwere Einkaufstaschen mitschleppen muss, kann das schon sehr herausfordernd sein….

Vor allem habe ich auch nach einer geeigneten Sprachschule Ausschau gehalten, da ich mich in den nächsten Wochen darauf fokussieren möchte, mein Portugiesisch zu verbessern, damit ich mit den Menschen hier normal kommunizieren kann. Ich habe in der Innenstadt eine gefunden, die zum einen recht günstig ist (eine Ausnahme hier!) und die auch zum jetzigen Zeitpunkt Intensivkurse anbietet. Das bedeutet, dass ich an vier Tagen in der Woche für vier (Zeit-) Stunden Portugiesischunterricht haben werde. Leider dauert die Fahrt mit dem Bus genauso lange – das ist der Nachteil 😦

Die Haltestellen sind hier nicht beschriftet, so dass ich es bislang noch nicht geschafft habe, mich auf dem Weg zur Schule nicht zu verfahren, die Haltestelle nicht wieder zu finden, zu weit zu fahren oder in die falsche Richtung (ich arbeite daran!). Wenn ich dann noch auf dem Weg ein paar Dinge erledige und etwas zu Mittag esse, komme ich erst nach rund 10- 11 Stunden wieder ziemlich müde nach Hause! Aber ich bin froh, dass der Unterricht Spaß macht und meine vier Mitschüler aus Australien, den USA, China und Frankreich nett sind und wir uns gut verstehen! Heute, am Mittwoch hatte ich frei, aber morgen geht es wieder los!

Bom viagem 🙂

 

 

ABBA-Mitarbeiterferienwochenendausflug

 

Hallo Ihr Lieben,

nun bin ich schon seit 2 Wochen in Brasilien und versuche nach und nach etwas aufzuholen und wenigstens kurz zu berichten, was in dieser Zeit hier so los war.

Ein paar Tage nach meiner Ankunft sind wir mit allen (vollzeitlichen) Mitarbeitern von ABBA und den Helfern und den dazugehörigen Familien über das verlängerte Nationalfeiertags- (7.9.!) Wochenende in eine Ferienanlage ausserhalb von Sao Paulo gefahren. Das macht ABBA jedes Jahr, damit die Mitarbeiter aus allen Projekten (neben den wöchentlichen Teamtreffen), Zeit haben, sich näher kennen zu lernen, geistlich auszutauschen, Gemeinschaft zu pflegen und einfach zu relaxen. Wir waren mit allen Kindern fast 100 Leute! Für mich war das natürlich ein schöner Einstieg, da ich dadurch eine gute Gelegenheit hatte, alte Bekannte wieder zu treffen und neue Leute kenne zu lernen.

Zu meiner Überraschung konnte ich mich auch mit einigen Brasilianern schon recht gut unterhalten, was mich sehr ermutigt hat :-). Besonders Caio, ein junger Mitarbeiter vom Projekt Boas Novas und seine Verlobte Kaianne haben sich sehr bemüht, mit mir zu kommunizieren.

Caio und Kaianne
Caio und Kaianne

Aber auch mit einem anderen Ehepaar, die seit einigen Jahren ein Präventionsprojekt in einer der Favelas leiten, konnte ich mich gut unterhalten. Besonders bewegt hat mich dabei, dass mir die Frau erzählte, dass sie selbst in einer Favela aufgewachsen ist und früher in Drogengeschichten verwickelt war. Nun möchte Sie anderen Kindern helfen, ein neues Leben anzufangen. Graças a Deus!

Abends gab es Verkleidungsthemen, wie zum Beispiel „ABBA-Oscarverleihung“. Für einen Auftritt auf dem roten Teppich war ich Kleidungsmäßig nicht vorbereitet und war deshalb ziemlich „underdressed“ – wir hatten trotzdem viel Spaß zusammen. 😉

Roter Teppich
Die Mitarbeiterinnen von ABBA springen direkt vom roten Teppich in den Pool 😉

 

„Ameisentreff“ in Heliopolis

Spiele und Spaß in Heliopolis
Spiele und Spaß beim Projekt „Formigas“

Jeden Samstag treffen sich die Mitarbeiter des Projekts „Formigas“ (dt.: Ameisen) in mehreren Teams um an verschiedenen Orten in den Favelas von Sao Paulo, z.B. in Heliopolis, jeweils ein buntes Kinderprogramm durchzuführen. Die Ameise namens „Smilinguido“ ist dabei in Brasilien ein weit verbreitetes Maskottchen für christliche Kinderarbeit. ( hier mal ein deutscher Link für die ganz Neugierigen und weiterinteressierten:  http://shop.kawohl.de/smilinguido-das-comicbuch.html )

Es wird bei dem Programm ausgiebig gespielt, gesungen, getanzt und gelacht. Auch Geschichten über Jesus werden von den Mitarbeiten erzählt. Die obligatorischen Süßigkeiten am Ende dürfen natürlich auch nicht fehlen! Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, wie ich vor 2 Jahren dort selbst miterleben durfte.

Eins der Kinder ist mir besonders in Erinnerung geblieben – ich habe einen kleinen Jungen beim Fußballspielen beobachten können Ich glaube, er hieß Gustavo und war kaum einen ganzen Meter groß. Es war faszinierend zu sehen, wie artistisch er schon mit dem Ball umgehen konnte, obwohl er erst ca. 5 oder 6 Jahre alt war! Wie schöne wäre es, wenn wir diese Kinder alle in ihren von Gott geschenkten Begabungen unterstützen könnten, so dass sie die Möglichkeit bekommen, aus dem Kreislauf von Armut, Gewalt, Alkohol und Drogen auszusteigen! Das ist unser Anliegen bei ABBA und ich freue mich darauf, in ganz naher Zukunft (nur noch knapp 6 Wochen!!!) dort Dank Eurer vielen Unterstützung mitwirken zu können!

Muito obrigada e Deus te abençoe! (Vielen Dank und Gottes Segen!)

Gemeinsame Säuberungsaktion mit den Kindern
Gemeinsame Säuberungsaktion mit den Kindern
Süßigkeiten gehen immer ;-)
Süßigkeiten gehen immer 😉

„Aus einem verzagten Arsch…

…kommt kein fröhlicher Furz.“

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Quelle: http://abbabrasil.com.br/sobre-nos/

Auf dieses, für unsere Ohren vermutlich eher derb klingende Lutherzitat, bin ich neulich während meines Theologiestudiums gestoßen. Ich kann zwar nicht garantieren, dass ABBA dies so eins zu eins als Motto übernehmen würde, aber es erinnert mich trotzdem stark an die Ziele, die wir gemeinsam verfolgen – Kindern aus prekären Lebensverhältnissen ein zu Hause zu geben, möglichst in einer Familie, damit sie dort fröhlich und gesund aufwachsen können.

Delton, dem amerikanische Sozialarbeiter bei ABBA, liegt seit Jahren am Herzen, Familien in den christlichen Gemeinden vor Ort zu finden, auszubilden, zu begleiten und dabei zu unterstützen, als Pflegefamilien tätig zu werden. Wir freuen uns alle, dass sich auch auf Regierungsebene  scheinbar ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass Kinder möglichst familiär, statt in Heimen, untergebracht werden sollten. Insbesondere für die Kleinsten, die unter dreijährigen, ist dies enorm wichtig für ihre persönliche Entwicklung.

Diesbezüglich scheint es nun auch entsprechende politische Entscheidungen gegeben zu haben, Kinder bis drei Jahre nicht mehr in Heimen unterzubringen, wenn ich den entsprechenden Artikel in der Zeitung richtig verstanden habe ;-). Insgesamt schien es mir schon bei meinem dortigen Aufenthalt vor 2 Jahren in Brasilien noch nicht so verbreitet zu sein wie hier bei uns in Deutschland, Kinder vorzugsweise in (Pflege-) Familien unterzubringen. Umso mehr freuen wir uns, dass immer mehr Schritte in diese Richtung getan werden und sich auch immer mehr christliche Familien dazu bereit erklären, an dieser Stelle die Liebe des himmlischen Vaters weiter zu geben!

Tenham uma boa semana! Habt eine schöne Woche!

 

Nun wird es ernst….

Flugticket Brasilien
Pass, Flugticket – Die Reiseunterlagen sind beisammen

….ich habe heute tatsächlich meinen Flug gebucht! Wow! Nun wird es immer konkreter und realer. In knapp 12 Wochen werde ich mich auf den Weg nach Frankfurt zum Flughafen machen, um meine lebensverändernde Reise nach Brasilien anzutreten. Das ist schon echt ein sehr spezieller, emotionaler Moment für mich. Es sickert immer mehr durch, dass es alles nicht nur Fiktion ist! An die Momente des Abschieds mag ich dabei noch gar nicht denken- am liebsten würde ich euch alle mitnehmen: meine Gemeinde hier vor Ort, die mich so super unterstützt und hinter mir steht, genauso wie meine Familie, meine Freunde und Bekannte! Ihr seid einfach einmalig! Jeder auf seine Art! Danke für alle Unterstützung, eure Gebete und Zusagen zur Finanzierung. Auch wenn z.Zt. noch ca. 25-30% des benötigten Betrags fehlen bin ich überwältigt von Bereitschaft, euch mit euren Möglichkeiten für dieses Projekt zu investieren! Vielen lieben Dank!

Deus lhes abençoe! Gott segne Euch!

Casa Boas Novas

Tor Casa Boas Novas
Tor Casa Boas Novas

Casa Boas NovasHaus mit den guten Nachrichten – ist eins der Präventionsprojekte von ABBA. Es wird von einem deutsch-iranischen Missionsehepaar geleitet, das ich vor zwei Jahren bei meinem Praktikum kennenlernen durfte (und durch die ich zu Globe Mission gekommen bin).

Damals war das Projekt noch im Aufbau und auch einige Umbaumaßnahmen standen noch an. Umso mehr freue ich mich, dass die Türen von Casa Boas Novas mittlerweile seit ca. 1,5 Jahren für Kinder aus der angrenzenden Favela geöffnet sind. Während der schulfreien Zeit (in Brasilien entweder Vormittags oder Nachmittags) können die Kinder dorthin kommen. Ihnen wird ein buntes Programm angeboten, in dem sie sich kreativ, sportlich und musikalisch betätigen können. Ziel ist es, ihnen eine Alternative zu einem Leben auf der Straße und zu dem zerstörerischen Kreislauf von Drogen und Kriminalität anzubieten und sie mit Jesus bekannt zu machen, der sie liebt, wertschätzt und einen genialen Plan für ihr Leben hat.

Tagesausflug
Tagesausflug
Kreativarbeiten bei Casa Boas Novas
Kreativarbeiten bei Casa Boas Novas
Teilnehmer und Mitarbeiter bei Casa Boas Novas
Teilnehmer und Mitarbeiter

Deutsch-brasilianische Hochzeit

Foto mit Brautpaar
Foto mit Brautpaar

Vorletztes Wochenende war ich bei einer deutsch-brasilianischen Hochzeit in Süddeutschland eingeladen. Bei Sonnenschein, mit fröhlichen Gästen, einem strahlenden Brautpaar, gutem Essen, einer schönen Location und, wie ich finde, einer besonders gelungenen Tischdeko konnten wir diesen besonderen Tag gemeinsam feiern.

Tischdekoration im Vintage Stil
Tischdekoration im Vintage Stil

2017-05-20 17.54.51Julia, die Braut, habe ich durch eine gemeinsame Bekannte kennen gelernt, als ich vor 3 Jahren einen Praktikumsplatz in Brasilien gesucht habe. Durch sie bin ich schließlich bei ABBA gelandet, da sie damals ebenfalls dort mitgearbeitet hat. Mittlerweile hat sie mit ihrem Ehemann Alcides, in Zusammenarbeit mit Firmen vor Ort, ein eigenes Projekt in São Paulo begonnen. „Escola Ponte“ soll benachteiligten Jugendlichen helfen, eine Berufsausbildung zu starten. Dies soll ihnen langfristig durch Schulung und Unterstützung ermöglichen, ein eigenständiges Leben ohne den Kreislauf von Drogen, Alkohol und Gewalt zu führen. Julia und Alcides, ich wünsche Euch Gottes Segen für Eure Arbeit und dass Ihr viele junge Menschen erreichen könnt!

Casa Semear

Logo Casa Semear, São Paulo, Brasilien

Das „Casa Semear“ ist eins der Präventionsprojekte, die ABBA in den Favelas anbietet. Dort können Kinder angemeldet werden, die vor oder nach der Schule (in Brasilien geht die eine Hälfte der Kinder Vormittags, die andere Hälfte Nachmittags zur Schule) dort betreut werden. Die Kinder haben dort die Möglichkeit zu spielen, Kreativ zu werden, Sport zu betreiben oder Tanzen zu lernen. Regelmäßig werden kurze Feriencamps mit den Kinder durchgeführt.

Sie sollen aber auch lebenspraktische Dinge lernen: Wie kann ich mein Leben führen ohne Alkohol und Drogen, ohne Kriminalität, Gewalt und sexuellem Missbrauch. Erwachsene Vorbilder haben sie dafür in ihren Herkunftsfamilien und dem alltäglichen Umfeld kaum, bzw. gar nicht. Väter sind auch oft in den Familien nicht vorhanden. Viele Männer sind nicht mehr in der Lage, verlässliche Beziehungen einzugehen und Verantwortung für die eigenen Kinder zu übernehmen. Man wechselt dann zur nächsten Partnerin und hat mit dieser neue Kinder.

Den Kindern soll mit dem Projekt „Casa Semear“ ein Ort geboten werden, wo sie sich geliebt und angenommen wissen. Wo sich Menschen für sie und ihre Probleme interessieren und sie unterstützen. Es soll ihnen helfen, nicht irgendwann die Entscheidung zu treffen, auf der Strasse zu leben, da es erfahrungsgemäß sehr schwer ist, ein Kind von dort wieder zurückzuholen, wenn diese Hemmschwelle einmal überwunden wurde. Aber bei Gott ist nichts unmöglich!!

Gestern hatte ich die Gelegenheit etwas länger mit Delton, dem Sozialarbeiter von ABBA, über meine zukünftige Aufgaben zu sprechen. Sie suchen bei „Casa Semear“ jemanden, der die Familien der Kinder betreut, Kontakt herstellt und Unterstützung anbietet. Bei meinem dreimonatigen Praktikum vor 2 Jahren konnte ich einen Teil dieser Arbeit bereits kennenlernen und hier in Deutschland habe ich ja auch schon ein kleines bisschen Berufserfahrung im Bereich der ambulanten Familienhilfe sammeln können, so dass ich mir das gut vorstellen könnte (Neben meinem Wunsch, in das Straßenkinderprojekt einzusteigen 😉 ). Natürlich steht zunächst ein intensives Sprachstudium auf dem Programm – Lesen kann ich zwar schon ganz gut, aber Sprechen ist noch „ausbaufähig“!

Ja, es wird alles immer konkreter und somit immer spannender! Ich bete, dass Gott mir ganz klar zeigt, an welchem Ort ER mich gebrauchen möchte und bin für jede Gebetsunterstützung dankbar.

Deus te abençoe! (Gott segen Dich!)

Drei Mädchen bei Casa Semear
Drei Mädchen bei Casa Semear
Ausblick vom "Casa Semear" auf die Favela
Ausblick vom „Casa Semear“ auf die Favela